
Schule
Die Waldorfschule Francisco de Assis wurde am 11.1.1985 in São Paulo
gegründet und wird vom Associação Humanista Francisco de
Assis, einem gemeinnützigen Verein mit erzieherischen und kulturellen Zielen,
erhalten
.
Die Waldorfpädagogik enstand 1919 in Deutschland durch die Gründung
der ersten Schule für die Kinder der Belegschaft der Waldorfwerke in Stuttgart.
Dies war der erste Schritt zur Konsolidierung einer Pädagogik, der heute
über 700 Schulen in aller Welt folgen. Ihr Mentor war der Österreicher
Rudolf Steiner, der zwar in Naturwissenschaften promoviert hatte, sich aber
der Philosophie zuwandt und die antroposophische Geisteswissenschaft, oder Antroposophie,
gründete.

Der Antroposophie entsprechend entwarf Rudolf Steiner einen Lehrplan, der sich
den Entwicklungsphasen der Kinder anpaßte. Er meinte, daß es Aufgabe
der Schule sei, den Bedürfnissen der Kinder Rechnung zu tragen und nicht
den von einer Regierung oder der Wirtschaft auferlegten. So entwickelte er einen
Lehrplan, der die Kreativität fördert, die Phantasie anregt und die
Kinder zu freiem Denken führt.
Die Waldorfschule Francisco de Assis führt von der Kinderkrippe bis zur
9. Schulstufe
Kindergarten
Hier werden die Grundlagen für das spätere Lernen gelegt. Das nachahmende
Spielen und die Phantasie entwickeln die Fähigkeit zum schöpferischen
Denken und bereiten die Kinder auf das herankommende Schulleben vor. Kleinkinder
sind scharfe Beobachter und ahmen die Gesten und Handlungsweisen der Menschen
in seinem Umfeld nach. Deshalb arbeiten die Kindergärtnerinnen stets daran,
durch Aufgaben wie Gartenarbeit, der Zubereitung des Brotteiges für die
Pause, dem Bau und die Sorge um das Spielzeug eine Atmosphäre von Achtung,
Schönheit und Hingabe zu pflegen.
.

Beim freien Spielen benutzen die Kinder natürliche Materialien wie Steine,
Muscheln, Holzpflöcke, Wolle und buntes Gewebe. Geschichten über die
Natur, Gedichte, Singspiele, Märchen und Theaterspiel, Knetwachs, Musik,
Eurythmie, Handarbeiten und Wasserfarbenmalerei regen ihre Phantasie an.
1 - 9. Schulstufe
Der Lehrplan erweckt in den Kindern die Achtung vor kulturellen Unterschieden
und geschichtlichen Fundamenten und regt die Ausbildung eines Selbstverständnisses
als Weltbürger an. Gleichzeitig wird ein wissenschaftlicher Forschergeist
gepflegt, der zu einem Lerninteresse für das ganze Leben führt.
Die Fächer, die auch an anderen Schulen gelehrt werden, wie Portugiesisch,
Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geschichte und Geographie, werden hier
ebenfalls, aber den Zielen der Waldorfpädagogik entsprechend, unterrichtet.
Ergänzt wird dieser Lehrplan durch Fächer wie Musik, Eurythmie, Handarbeiten,
Tischlerei, Kunst, Gartenarbeit, zwei Fremdsprachen (Deutsch und Englisch),
Theater, Astronomie, Philosophie und Geometrie.
Methodologisch läßt sich der Waldorflehrplan als eine aufsteigende
Spirale betrachten: Die Unterrichtsgegenstände werden mehrmals durchgenommen,
jedesmal in einem anderen noch tiefer dringendem Licht.
